Brand-Kollaborationen sind für viele Creator der erste echte Einkommenskanal — noch bevor Creator Fund, Affiliate oder eigene Produkte. Selbst Accounts mit 5.000 Followern können erste Deals landen, wenn sie die richtige Nische und gute Engagement-Raten haben.
Ab wann interessierst du Brands?
Die Follower-Zahl ist weniger entscheidend als deine Engagement-Rate. Eine Faustregel: Accounts mit 3–5 % Engagement-Rate sind für Brands attraktiver als Accounts mit 1 % bei 500k Followern. Micro-Influencer (5k–50k) haben oft bessere Conversion-Rates für spezifische Produkte, weil ihre Community enger und vertrauensvoller ist.
Minimum-Voraussetzungen für erste Deals: klare Nische, konsistente Posting-Frequenz, professionelles Profil, Engagement-Rate >2 %.
Arten von Brand-Kollaborationen
Gifting: Brand schickt Produkte kostenlos, erwartet (oft implizit) einen Post. Kein Geld involviert. Gut für den Anfang, um Referenzen aufzubauen — aber nicht als langfristiges Geschäftsmodell geeignet.
Sponsored Posts: Bezahlte Zusammenarbeit für einen oder mehrere Posts. Preis hängt von Reichweite, Engagement und Nische ab. Typische Richtwerte: 50–100 € pro 10k Follower, aber stark variierend.
UGC (User Generated Content): Du erstellst Content, den die Brand auf ihren eigenen Kanälen nutzt. Keine eigene Reichweite nötig — ideal für Creator, die noch wachsen. Preise: 100–500 € pro Video.
Ambassador-Programme: Langfristige Partnerschaft mit monatlicher Vergütung und exklusivem Rabattcode. Erfordert meist 50k+ Follower.
Brands proaktiv ansprechen
Warte nicht darauf, gefunden zu werden. Recherchiere Brands in deiner Nische, die bereits mit Creators zusammenarbeiten (erkennbar an #ad oder #sponsored in ähnlichen Accounts). Dann:
- Finde den richtigen Ansprechpartner (meist Marketing Manager oder Influencer Relations auf LinkedIn)
- Schreibe eine kurze, professionelle Email mit: wer du bist, deine Zahlen (Follower, Avg. Views, Engagement-Rate), warum die Brand zur Community passt, konkreter Vorschlag
- Hänge ein Media Kit an (PDF mit deinen Stats, Content-Beispielen, Preisliste)
Preise richtig setzen
Viele Creator unterbieten sich selbst. Regel: Berechne mindestens 10–15 € CPM (Kosten pro 1.000 Views) für organischen Content. Bei 20k Avg. Views pro Video = 200–300 € für einen Sponsored Post. Dazu kommt Produktionsaufwand und Exklusivität.
Verhandle nie ausschließlich auf Follower-Basis — Avg. Views und Engagement-Rate sind aussagekräftiger.
Transparenz und Kennzeichnung
In Deutschland ist die Kennzeichnung von bezahlten Kollaborationen gesetzlich vorgeschrieben. Nutze #werbung oder #ad und TikToks eingebaute „Paid partnership"-Markierung. Nicht-Kennzeichnung kostet im Zweifel Bußgelder und vor allem Vertrauen.
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